Presse
19.06.2017, 14:50 Uhr
Lebenswichtiges Ehrenamt in Brandenburg
Gibt es bald die Feuerwehrrente?
Angesichts zunehmender Nachwuchsprobleme sollen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Brandenburg nach einem Vorschlag der CDU eine Rente erhalten – der Landtag berät Ende Juni über den Vorstoß aus der Opposition. Erstmals gibt es in Brandenburg weniger als 40.000 Feuerwehrleute.
Angesichts zunehmender Nachwuchsprobleme sollen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Brandenburg nach einem Vorschlag der CDU eine Rente erhalten – der Landtag berät Ende Juni über den Vorstoß aus der Opposition. „Die Aufgaben des Brandschutzes werden zu 96 Prozent von Freiwilligen erledigt“, sagt Björn Lakenmacher, Innenexperte der CDU-Fraktion. „Die Absicherung der Tageseinsatzbereitschaft ist für die Kameraden immer schwerer zu stemmen. Teilweise müssen sich Feuerwehren zusammenschließen.“ Die Aussicht auf eine kleine, zusätzliche Altersrente könne eine wichtige Anerkennung sein, um das Netz an Freiwilligen in Brandenburg aufrecht zu erhalten, sagt er. Damit greift die Partei eine Forderung des Landesfeuerwehrverbands auf. „Eine Feuerwehr-Rente kann aber nur eine von mehreren neuartigen Säulen sein, mit denen der Brand- und Katastrophenschutz im ländlichen Raum zukünftig gesichert werden muss“, sagt Verbandspräsident Werner-Siegwart Schippel. Bereits für junge Erwachsene sollte der Eintritt in die Einsatzabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr attraktiver gestaltet werden. Feuerwehrrente Sollte es eine Rente für ehrenamtliche Feuerwehrleute geben? Ja, weil dieses Ehrenamt so anspruchsvoll ist. Nein, das wäre ungerecht gegenüber anderen Ehrenamtlern. Fast 8000 Feuerwehrleute weniger als noch vor zehn Jahren Die Zahl der Freiwilligen Feuerwehrleute geht seit Jahren kontinuierlich zurück, wie der Feuerwehrverband bestätigt. Die Mitgliederzahl liegt bei 39 280 und ist damit erstmals unter die Marke von 40 000 gefallen. Dem stehen nur rund 630 hauptamtliche Feuerwehrleute gegenüber. Vor gut zehn Jahren engagierten sich noch 47 700 Märker bei der Feuerwehr. Gerade tagsüber fällt es inzwischen vielen Wehren schwer, genügend Einsatzkräfte zu stellen. Jüngstes Beispiel: Die freiwillige Feuerwehr von Saalow (Teltow-Fläming) ist wegen der kurzen Personaldecke tagsüber bis 17 Uhr praktisch abgemeldet. Bei Bränden werden jetzt mehrere Ortswehren gleichzeitig alarmiert, um die Einssatzstärke zu erreichen. Früher hätten die freiwilligen Feuerwehrleute vor Ort gearbeitet, heute seien die meisten Mitglieder weit außerhalb ihrer Heimatorte beschäftigt oder weggezogen, erklärt Ortswehrführer Ralf Gellhaus. Ministerium reagiert zurückhaltend Im Innenministerium reagiert man zurückhaltend. Bis Ende des Jahres soll ein neues Brand- und Katastrophenschutzkonzept erarbeitet werden. Ob darin eine Altersversorgung für Feuerwehrleute oder auch Steuervorteile für die Ehrenamtler ihren Platz finden, bleibe abzuwarten, heißt es im Ministerium. Wie hoch eine derartige Unterstützung ausfallen soll, will die CDU offen lassen. „Das sollten wir im Austausch mit dem Feuerwehrverband und den kommunalen Spitzenverbänden besprechen“, so Innenexperte Lakenmacher. Denkbar seien zum Beispiel 100 Euro pro Jahr für die Altersvorsorge. Dass man mit einer solchen Zusatzrente nicht reich wird, räumt man auch bei der CDU ein. Wichtig sei jedoch die Anerkennung und Stärkung des Ehrenamtes, so Lakenmacher.
aktualisiert von Bjoern Lakenmacher, 19.06.2017, 14:51 Uhr