Besuch im Oderbruch-CDU-Landtagsfraktion
Traum von Gärtnerei untergegangen In Herzershof will eine Hochschulabsolventin nach ihrem Gartenbaustudium eine eigene Existenz aufbauen. Das 2,2 Hektar große Areal der ehemaligen Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt mit den rund 1200 Quadratmetern unter Glas sollte zur Produktionsstätte für Tomaten, Erdbeeren und Gurken werden. Doch das ist angesichts des Binnenhochwassers absolut unmöglich. Auch das Vorhaben, Lehrlinge auszubilden, ist vorerst auf Eis gelegt. Kommunal- und Landespolitiker wollen sich jetzt des Falles annehmen. Aktuell hilft der Deichverband dabei, das Wasser ablaufen zu lassen. Vor Wut in die Erde versinken wie Rumpelstilzchen, das lässt sich derzeit in Herzershof ganz gut. Es genügt, sich auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt einige Zeit auf der Stelle zu bewegen, um im unergründlichen Sumpf immer tiefer einzusacken. Nur schwer gibt der Boden die Gummistiefel wieder frei. Für Susann Schulz sind mit den Überschwemmung auch die Hoffnungen versunken, sich auf dem 2,2 Hektar großen Areal eine Existenz aufzubauen. Ganz ähnlich war vor ein paar Jahren auch das heute erfolgreiche Obstgut Schulz im nahen Rathstock entstanden. Gemeinsam ist beiden die Beziehung zur Erzeugergemeinschaft Markendorf. Ihr Vater Karsten Schulz hatte der Hochschulabsolventin, sie schreibt derzeit die Abschlussarbeit, den Hof gekauft. „Ich wollte hier Tomaten, Erdbeeren und Gurken anbauen“, erklärt die angehende Gartenbau-Absolventin. Die 22-Jährige hatte mit der ILB über Kredite verhandelt, wollte Lehrlinge einstellen. „Ich habe mich zur Ausbilderin qualifiziert. Aber die 1200 Quadratmeter, die wir unter Glas haben, können wir nun nicht nutzen“, sagt die Frankfurterin, die es sich im Hauptgebäude bereits wohnlich eingerichtet hatte. Doch sie wird bei ihrer Existenzgründung nicht allein gelassen. Manschnows Ortsvorsteher Werner Finger, Bürgermeister Bernd Korb und der Deichverband suchten nach Lösungen, um die Lage in Herzershof zu entspannen. Seit dieser Woche wird versucht, das Wasser über einen Grundwasserleiter in den Alten Strom abzuleiten. Hilfe kommt auch von politischer Seite. So will sich heute der Arbeitskreis Landwirtschaft und Umwelt der CDU-Landtagsfraktion mit dem Bundestagsabgeordneten Hans Georg von der Marwitz ein Bild von der Misere verschaffen. Die Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann, Dieter Dombrowski und Björn Lakenmacher werden auch mit dem Gedo und einem betroffenen Unternehmer in Golzow sprechen. Am Montag hat sich die Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato (Linke) bei der Neu-Herzershoferin angesagt. „Wir wären doch dumm, wenn wir nicht versuchen würden, junge Fachleute hier zu behalten. Und wie ich erfahren habe, will Susann Schulz auch nicht gleich aufgeben. Natürlich braucht sie Hilfe, und wir werden sehen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagt die Manschnowerin, die nur wenige Meter weit von der Existenzgründerin entfernt wohnt. Schnellere Hilfe hat hingegen gestern Liane Bromberg bekommen. Die Zechinerin bewohnt seit elf Jahren auf einem Ausbauhof. Der ist völlig überschwemmt. Sie hat sich gestern selbst davon überzeugt, dass die Bagger des Deichverbandes einen Abfluss gebaggert haben. Der entscheidende Meliorationsgraben an der L33 war völlig zugewuchert und wird nun wieder voll in Funktion genommen.
„54 Zentimeter hoch steht das Wasser im Keller. Zum Glück haben wir Ofenheizung“, sagt die Frau, die das Haus mit ihrer 71-jährigen Mutter bewohnt und eine kleine Landwirtschaft für den Eigenbedarf betreibt. Manschnow/Zechin (Märkische Oderzeitung) von Johann Müller
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