Situation der Polizei Potsdam
POTSDAM / POTSDAM-WEST -Auch nach dem Abschluss der Polizeireform werden die Potsdamer nicht weniger Polizisten auf der Straße sehen. Dies sagte der neue Inspektionsleiter, Maik Toppel, am Donnerstag auf einem Treffen mit dem CDU-Ortsverband Potsdam-West im Wiener Café am Luisenplatz. „Auch wenn es 2020 etwa 80 Polizisten weniger in der Inspektion gibt, werden weiterhin zehn Streifenwagen und die Revierpolizisten als Ansprechpartner dienen“, so Toppel. Insgesamt wird es dann 300 Polizisten für den Bereich geben. Der innenpolitische Sprecher der CDU im Landtag, Björn Lakenmacher, sah die Situation jedoch nicht so rosig. „Es werden dann definitiv zu wenig Polizisten in Potsdam sein.“ Außerdem führe die Mehrbelastung der verbleibenden Beamten zu höheren Krankenständen. Schon jetzt sei die Aufklärungsquote bei Diebstählen gegenüber 2009 gesunken. Mit der Schließung der Babelsberger Wache zum 30. Juni, die ebenfalls vom Abgeordneten und der Parteibasis kritisiert wurde, werde sich auch das Anzeigeverhalten der Potsdamer ändern. „Dadurch wird die Kriminalstatistik wieder etwas beschönigt“, so Lakenmacher. Horst Enders, Mitglied des Polizeibeirates, wünschte sich auch eine verstärkte Polizeipräsenz auf der Straße, beispielsweise durch die Fahrradstaffel. „Die war gut sichtbar, auch in der Innenstadt schnell vor Ort und dazu noch umweltfreundlich.“ Inspektionsleiter Toppel bestätigte das. Durch Personalverschiebungen innerhalb der Polizei stehen die vier Beamten jedoch nicht mehr zur Verfügung. „Ich bin aber grade dabei, neues Personal zu rekrutieren“, so Toppel. Ob es wieder eine Fahrradstaffel geben wird oder ob beispielsweise die Revierpolizisten dann auf dem Drahtesel unterwegs sein werden, könne er aber noch nicht sagen. Einige der CDU-Mitglieder aus Potsdam-West kritisierten auch, dass sie „ihren“ Revierpolizisten noch nie gesehen haben. „Es muss doch möglich sein, an den Litfaßsäulen mal ein Foto anzubringen, mit den Daten, wo man ihn erreichen kann“, sagte ein Anwohner. Laut Toppel, der erst seit drei Wochen im Amt ist, hängen in allen öffentlichen Gebäuden die Termine für die Bürgersprechstunde aus, außerdem stellen sich die Polizisten im Internet vor. Ein großes Problem im Kiez seien die alternativen Wohnprojekte in der Zeppelinstraße, so die CDU. Es könne nicht sein, dass an der Wand die Polizei in einem Grafitti lächerlich gemacht wird. „Wenn jemand ein Hakenkreuz an die Wand malt, steht ja auch gleich der Verfassungsschutz vor der Tür“, so ein aufgebrachter Potsdamer. Auch die Feste auf dem Bürgersteig, die hier im Sommer abends stattfinden, störten ihn sehr. Dagegen kann die Polizei Toppel zufolge jedoch nichts tun. „Wir können nur gegen die Projekte vorgehen, wenn tatsächlich Straftaten vorliegen.“ (Von Enrico Bellin/MAZ)
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