Neuigkeiten
22.01.2019, 08:36 Uhr | der schulzendorfer/ red
Bahnquerung: Eichwalde und der Landkreis sind weiter gespalten
Tunnel oder Brücke, was bekommt Eichwalde in der Friedenstraße? Fest steht derzeit nur: Die vom Landkreis Dahme – Spreewald beauftragte Entwurfsplanung ist nach den jüngsten Worten von Landrat Stephan Loge (SPD) wegen der Einwände seitens Eichwaldes „zum Erliegen gekommen.“
2016 wurde eine Vorentwurfsplanung auf den Tisch gelegt, in der nach Loges Worten allein die „Vorzugsvariante“, eine rund 350 Meter lange und neun Meter hohe Brücke, betrachtet wurde. An Planungsgesprächen mit Bahn und Landkreis nimmt Eichwalde seit 2018 nicht mehr teil. Landrat Loge zum Grund: „Nach mehreren Vorstellungen der Planung hat die Gemeindevertretung mehrheitlich entschieden, die Vorzugsvariante nicht weiter mit zu begleiten.“ Stimmt nicht, sagt der Chef des Eichwalder Gemeinderates. „Wir sind nicht aus dem Planungsverfahren ausgestiegen. Wir wollen mit der Bahn und dem Landkreis nicht nur die Brücken-, sondern auch die Tunnelvariante beleuchten.“, so Wolfgang Burmeister (Bündnis 90/Die Grünen). Eine Mehrheit hat sich nach Burmeisters Worten im Gemeinderat für eine Tunnellösung ausgesprochen. Übrigens mit dem Votum vieler Eichwalder im Rücken. Oft stehen Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr an der Eichwalder Schranke. Einig ist man sich in einem: Nur eine niveaufreie Bahnquerung kann das verhindern. Die Frage ist, Brücke oder Tunnel. (Foto: mwBild) Oft stehen Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr an der Eichwalder Schranke. Einig ist man sich in einem: Nur eine niveaufreie Bahnquerung kann das verhindern. Die Frage ist, Brücke oder Tunnel. (Foto: mwBild) Inzwischen vertritt ein auf die Entwicklung von Infrastrukturprojekten spezialisiertes Anwaltsbüro die Interessen der Gemeinde Eichwalde in Sachen Bahnquerung. Mehrere Eichwalder Volksvertreter fühlen sich vom Landkreis nicht ausreichend ernst genommen und gegängelt. Daran dürfte Loges früherer Baudezernent Halecker, der 2018 wegen Kassen Plünderung vom Amtsgericht Fürstenwalde verurteilt wurde, Anteil haben. In Gutsherrenmanier soll er vor Gemeinderäten versuchte haben, die Brückenvariante durchzupeitschen. Burmeister bezeichnete die Punkte der Bewertungsmatrix des Brücken Vorentwurfes als „willkürlich“ vergeben. Grund dafür, dass Bahn und Landkreis den 8 Millionen teuren Brückenbau präferieren, dürften auch die deutlich höheren Kosten für einen Tunnel, der mit rund 16 Millionen Euro veranschlagt wird, sein. Land, Bund und Bahn müssen je ein Drittel zahlen. Eichwalde kommt für Fuß- und Radwege sowie Sonderwünsche auf. Ob sich die Bahn verbindlich dafür ausspricht, eine vertiefende Voruntersuchung der Tunnellösung zu erarbeiten, ist derzeit offen. Die Planung einer Vollschranke wird derzeit nicht in Betracht gezogen, so Landrat Loge. Der CDU – Landtagsabgeordnete Björn Lakenmacher hat wegen dem Stillstand scharfe Kritik gegenüber dem Landkreis geübt: „Durch den arroganten und resoluten Umgang des Landkreises mit der Gemeinde, nämlich sich einer eigentlich selbstverständlichen ergebnisoffenen Prüfung beider Varianten von Anbeginn zu verschließen, ist viel Unmut entstanden und Misstrauen erzeugt worden. Ich fordere den Landrat dazu auf, jetzt wieder in einen Dialog mit der Gemeinde zu treten und den Willen der Gemeindevertretung und der Bürger zu respektieren. Beide Varianten müssen geprüft und berechnet werden!“
aktualisiert von Bjoern Lakenmacher, 24.01.2019, 09:16 Uhr