Fehlende Kontrollen auf Flugplätzen

CDU warnt vor Terrorgefahr

07.01.2013, 10:47 Uhr | pnn/ Alexander Fröhlich

Erhebliche Sicherheitslücken im Flugverkehr: Ein international gesuchter Iraner konnte jahrlang von Brandenburg aus einen Geschäftsflieger steuern, obwohl er keine Lizenz hatte und sein Learjet nicht registriert war. Es fehlten die Kontrollen der Luftfahrtbehörde.

Der Innenexperte der brandenburgischen CDU-Landtagsfraktion Björn Lakenmacher hat vor möglichen Terrorgefahrer durch die erheblichen Sicherheitslücken bei den Kontrollen der oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg auf den hiesigen Flugplätzen gewarnt. Anlass sind neue Erkenntnisse zu dem Absturz eines Learjets über der dänischen Ostseeinsel Bornholm Mitte September. Dem Piloten, der keine Fluglizenz hatte und dessen Flugzeug nicht behördlich registriert war, wird jetzt in Dänemark wegen Gefährdung von Menschenleben und Betrug der Prozess gemacht.

Nach übereinstimmenden Berichten der Bild-Zeitung und der Märkischen Oderzeitung hat der 37-Jährige in Brandenburg über Jahre unter falscher Identität Geschäftsflieger vom Flugplatz Strausberg aus geflogen. Die dänischen Ermittler haben demnach herausgefunden, dass drei Identitäten auf den Mann zutreffen. Über die US-Bundespolizei FBI und deren Datenbank wurde der 37-Jährige anhand seiner Fingerabdrücke nun als Iraner identifiziert, wie die beiden Blätter berichten. Er selbst hatte sich in Brandenburg als Mexikaner ausgegeben. In den USA saß er zwei Jahre im Gefängnis. Dort habe er sich einen Flugführerschein erschleichen wollen und ein Flugzeug gestohlen. 2006 sei er dann nach Mexiko ausgewiesen worde, wo er sich eine neue Identität zulegte. Von dort kam er dann nach Deutschland. Die obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg allerdings hat es den Berichten zufolge seit 2008 versäumt, den Piloten und sein Flugzeug zu kontrollieren.

CDU-Innenexperte Lakenmacher forderte wegen des Falls schärfere Kontrollen. „Solche Leute können mit Flugzeugen Katastrophen anrichten und Anschläge begehen“, sagte der CDU-Politiker am gestrigen Sonntag. Er habe sich in diesem Fall an die Anschläge vom 11. September 2001 erinnert gefühlt, die von Islamisten ausgeübt wurden, die jahrelang in Hamburg lebten und Flugunterricht in den USA nahmen.

[Quelle: pnn/ Alexander Fröhlich]

aktualisiert von Bjoern Lakenmacher, 07.01.2013, 10:49 Uhr