CDU-Innenexperte warnt nach Learjet-Absturz vor Terrorgefahr

09.01.2013, 08:57 Uhr | MOZ/ Andreas Wendt

Vor einer möglichen Terrorgefahr und eklatanten Sicherheitslücken auf Brandenburger Flugplätzen warnt der Innenexperte der CDU-Landtagsfaktion, Björn Lakenmacher, nach dem Wirbel um den Piloten Leonardo R., der Mitte September mit seinem Learjet auf der dänischen Insel Bornholm abgestürzt war. Die Bruchlandung in einem Maisfeld brachte ans Tageslicht, dass der 39-Jährige im Cockpit ein international gesuchter Krimineller ist, der mit einem nicht zugelassenen Flugzeug und ohne gültige Pilotenlizenz seit 2008 immer wieder von Strausberg (Märkisch-Odeland) aus gestartet ist.

Über seine tatsächliche Nationalität rätseln die Behörden auf der Ostsee-Insel Bornholm noch immer. Er selbst behauptet, Mexikaner zu sein, die dänische Polizei hält es für wahrscheinlicher, dass es sich bei ihm in Wirklichkeit um einen Iraner handelt. "Und dieser vom FBI gesuchte Mann", wundert sich Lakenmacher, "ist unkontrolliert durch unseren Luftraum gekreuzt." Um Piloten ohne Identität künftig auf die Schliche zu kommen, fordert Lakenmacher intensivere Kontrollen durch die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde BerlinBrandenburg (LuBB). "So ein Learjet kann auch eine Waffe sein, mit der Anschläge verübt werden".

Der Flugplatz Strausberg sorgte schon vor zehn Jahren in einem ähnlichen Fall für Schlagzeilen. Damals - kurze Zeit nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York - hatte der zu jenem Zeitpunkt 36-jährige Hakan H. in Strausberg eine Flugschule besucht und den Pilotenschein erworben. Auch er hatte wie offensichtlich Leonardo R. eine falsche Identität, hieß in Wirklichkeit Shakir F. und gehörte zu einer Bande, die über Dubai Gold im Wert von 3,7 Millionen Dollar nach Berlin eingeschleust hatte. Der Chef der Bande, Ihsan G., ist 2005 wegen unerlaubter Einreise, Urkundenfälschung, illegalen Waffenbesitzes und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Zuvor hatte er sich zwei Jahre lang in Camps der Qaida zu einem Kämpfer des Dschihad ausbilden lassen. "Mohammed Atta", erinnert Lakenmacher, "war auch Student in Hamburg und hat in Deutschland Flugstunden genommen." Das jüngste Beispiel von Leonardo R. zeige, dass die Gefahr durchaus da sei.

Der Learjet-Pilot wird am Freitag sein Urteil erfahren. Der Absturz im September, bei dem er und sein einziger Passagier schwer verletzt wurden, ist dänischen Ermittlern zufolge auf einen Pilotenfehler zurückzuführen. Außerdem haben die Dänen noch einige offene Rechnungen, nachdem er sein Flugzeug zumindest einmal ohne zu zahlen auf Bornholm vollgetankt hat.

Quelle: MOZ/ Andreas Wendt

aktualisiert von Bjoern Lakenmacher, 09.01.2013, 08:58 Uhr