Reaktion auf mutmaßliche Rocker-Attacke

Polizei verstärkt Sicherheit in Königs Wusterhausen

03.01.2012, 08:03 Uhr | dpa

Nach der jüngsten, fast tödlichen Attacke auf einen Jugendlichen werden die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) verstärkt. Dazu werde es Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Ordnungsamt geben, kündigte heute eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd in Cottbus an.

Außerdem steht das Thema vermutlich auf der Tagesordnung, wenn Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) in der kommenden Woche zu einem lange geplanten Besuch nach Königs Wusterhausen kommt. Der Sprecherin zufolge wird auch der Einsatz von Videoüberwachung geprüft.

In der Nacht zu Silvester war ein 15-Jähriger aus einer etwa 20-köpfigen Gruppe angegriffen worden, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft Potsdam zum Rockerclub Gremium MC gehören könnte. Der Jugendliche wurde offensichtlich grundlos geschlagen und niedergestochen. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus, musste operiert werden und ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Es wird gegen Unbekannt wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Bereits am ersten Weihnachtstag kam es zu einem ähnlichen Vorfall in der knapp 34.000 Einwohner zählenden Stadt am südöstlichen Stadtrand Berlins. Dabei wurde ein junger Mann am frühen Morgen ebenfalls womöglich von Rockern niedergestochen. Auch hier werde wegen versuchten Totschlags ermittelt, sagte heute der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Ralf Roggenbuck. Er wollte aber keinen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Fällen herstellen.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Björn Lakenmacher, mahnte, es dürften keine rechtsfreien Räume entstehen. „Die Gewaltexzesse inmitten der Stadt sind erschütternd und müssen sehr ernst genommen werden.” Lakenmacher, der dort seinen Wahlkreis hat, forderte mehr Polizeipräsenz. Die aktuellen Vorfälle zeigten, dass der „massive Personalabbau” im Zuge der Polizeireform der falsche Weg sei.

dpa

aktualisiert von Bjoern Lakenmacher, 11.01.2012, 08:04 Uhr