Die Problem-Kreuzung

Ausbau der Bestenseer Staustelle liegt auf Eis / Gemeinde und Verkehrsamt um Ampel-Abschaltung bemüht

11.01.2012, 08:09 Uhr | MAZ/Frank Pechhold

Mit Staus vor der Schranke an der Hauptstraße müssen die Bestenseer auch in den kommenden Jahren leben. Diese ernüchternde Antwort erhielt der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Lakenmacher auf mehrere an den Landtag gerichtete Fragen.

Als Bestenseer kennt Lakenmacher die Situation nur allzu gut. Wie berichtet stehen Autos in der Hauptverkehrszeit oft an der geschlossenen Schranke Schlange. Wenn die Schranke wieder hochgeht, sind die Schaltphasen der Ampel so kurz, dass sich der Rückstau nur langsam abbaut. Um die Situation spürbar zu verbessern, soll die Kreuzung der landeseigenen Motzener Straße (L 743) und der bundeseigenen Hauptstraße (B 246) mit Spuren für Rechts- und Linksabbieger ausgebaut werden.

Zwischenzeitlich wurde auch die Forderung nach dem Bau eines Tunnels laut. So ein Projekt werde von der Landesregierung nicht unterstützt, weil die „Kosten dafür grob geschätzt mehr als 10 Millionen Euro betragen“, heißt es im dem an Björn Lakenmacher gerichteten Antwortschreiben von Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD). Diesem Schreiben zufolge ist auch der Ausbau der Kreuzung in weite Ferne gerückt. Dabei hatte die Gemeinde ihre seit mehr als drei Jahren gegenüber dem Landesbetrieb Straßenwesen erhobene Forderung nach einem schnellen Ausbau erst kürzlich mit neuen Messergebnissen untermauert. Denen zufolge wälzen sich täglich durchschnittlich 10 335 Fahrzeuge auf der Bundesstraße 246 durch Bestensee. „Dieses Zählergebnis ändert nichts an dem grundsätzlichen Problem“, so Lothar Wiegand, Pressesprecher im Brandenburger Infrastruktur-Ministerium. Weder kurz- noch mittelfristig könne man das für den Ausbau der Kreuzung erforderliche Geld im Landeshaushalt bereitstellen. Ursprünglich habe man dafür 200 000 Euro veranschlagt. Allerdings hätten weitere Untersuchungen ergeben, dass man einerseits viele Kabel und Leitungen in der Erde verlegen muss. Andererseits müsse man den hohen Grundwasserspiegel im Falle des Kreuzungsausbaus absenken. Sowohl die Verlegung vieler Medien als auch die Absenkung des Grundwasserspiegels sind teuer. Deshalb verteuere sich das auf 200 000 Euro geschätzte Projekt um ein Mehrfaches, so Wiegand: „Das können 400 000, 600 000, 800 000 oder eine Million Euro sein.“

Ganz so hoch schätzt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf die Kosten für den Kreuzungsausbau nicht. Er geht „von rund 500 000 Euro“ aus. Diese oder jede andere Summe müssten sich Bund und Land teilen. Quasdorf zufolge könnte der Bund das Geld möglicherweise bereitstellen, das Land aber nicht. „Im Landeshaushalt wird immer weniger Geld für Landesstraßen bereitgestellt“, so Ministeriumssprecher Lothar Wiegand. Deshalb habe man viele Projekte – darunter auch den Kreuzungsausbau in Bestensee – schlichtweg streichen müssen.

Weil der Kreuzungsausbau weiter in den Sternen steht, will die Gemeinde dafür sorgen, dass der Verkehr an der Staustelle wenigstens leichter fließt. Zurzeit reicht der Rückstau am Bahnübergang manchmal bis zu der vier Kilometer entfernten Autobahn. Auch zu ganz normalen Zeiten steht man bis zur Kirche an. Deshalb setzen sich Gemeinde und Straßenverkehrsamt dafür ein, die Ampel an der Kreuzung einfach abzuschalten. „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt die einfachste, kostengünstigste und am besten funktionierende Lösung“, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf. Seines Wissens stehe Verkehrsamtsleiter Manfred Hartfelder mit allen Behörden in Kontakt, die einer Ampel-Abschaltung zustimmen müssen.

(MAZ/Frank Pechhold)

aktualisiert von Bjoern Lakenmacher, 11.01.2012, 08:11 Uhr